Alles begann letzte Woche bei SternTV als Steffen Hallaschka die teilweise unseriösen Methoden der Reisebüros im Internet, wie expedia, opodo und so weiter aufdeckte. Aufgedeckt wurden diese Machenschaften von Computer BILD, die in einer großen Testreihe zu teils erschreckenden Ergebnissen kamen.
Besonders das von den Internetanbietern verwendete „Lockvogelprinzip“ wurde stark kritisiert. So wird zum Beispiel mit extrem günstigen Preisen geworben, die sich aber bis zum endgültigen Abschluss der Reise um bis zu 57% in der Spitze erhöhen. Dies waren im Einzelfall bis zu 600€. Bei einer solchen Preiserhöhung frägt man sich natürlich wie diese zustande kommt. Eine illegale Praxis, die von den Portalen betrieben wird, ist, dass Reiseversicherungen quasi den Kunden aufgedrängt werden. Nur wer genau hinschaut und einen „Hacken“ entfernt spart die Extrakosten für eine solche Reiserücktrittsversicherung.
Genauso wenig verständlich ist die Erhebung von Kreditkartengebühren, die oftmals pauschal 15€ unabhängig vom Reisepreis betragen. Doch der Hammer kommt erst noch. Ab-in-den-Urlaub begründet eine 20% Preiserhöhung, die durch eine kurzfristige Verknappung des Angebotes auf dem Reisemarkt zu Stande kommt, eine Frechheit! Der aufgeklärte Verbraucher frägt sich nun natürlich ob dies rechtens ist, und ob man dagegen rechtliche Schritte einleiten kann. Leider nein, denn die Portale sichern sich gegen solche Klagen, durch kleinen Hinweis Pop-ups ab, die aber von den meisten Kunden während Ihrer Buchung schlicht übersehen werden.
Doch Computerbild testete nicht nur die Preisgestaltung der Anbieter. Auch die Benutzerfreundlichkeit und wie die Portale mit den persönlichen Daten der Kunden umgehen wurde getestet. Auch hier gibt es noch Nachholbedarf. Viele der zunächst angebotenen Reisen waren später gar nicht mehr verfügbar, sodass sich die Kunden mühsam durchklicken müssen. Ein weiteres Risiko besteht bei den oben angesprochenen Reiseversicherungen. Ohne zu merken tappen viele Kunden hierbei in eine „Abo-Falle“. Den meisten ist nicht bewusst, dass sie bei der Buchung ihrer Reiseeine Jahresversicherung abschließen, die wenn man sie nicht innerhalb vorgegebener Fristen kündigt sich Jahr für Jahr automatisch verlängert.
Zusammenfassend lässt sich jedoch sagen, dass die Online-Portale lang nicht so schlecht sind wie sie in der Testreihe dargestellt wurden. Immerhin bucht fast jeder zweite mittlerweile seine Reise und die dazugehörige Versicherung online und nur die wenigsten äußern sich negativ im Nachhinein.